Unsere Operationen bei 

Sinus pilonidalis

Die Erfahrung von über 20 Jahren Chirurgie fließen in die operative Behandlung unserer Patienten. Die Minimal Invasive Therapie wird dabei immer von uns bevorzugt.

Bei der Therapie der Steissbeinfistel (Sinus pilonidalis) gibt es verschiedene Möglichkeiten. Gemeinsam ist, dass es bisher nur die chirurgische Therapie als Heilung gibt. Eine konservative Therapie, auch unter Antibiotikagabe, ist nicht möglich. Die Operationsmethode hängt dabei sehr von der Ausprägung des Befundes ab.

Akute Entzündung: Dieser Zustand tritt in der Regel mit einer Eiteransammlung (Abszess) auf und es bedarf einer sofortigen chirurgischen Sanierung. Ein Abszess ist immer eine Notfallindikation. Kleinere Abszesse von bis zu 5 cm können in der Regel gut ambulant in lokaler Betäubung eröffnet werden. Wichtig ist, dabei die Haut auch etwas auszuschneiden, damit ein guter Abfluss gewährleistet ist. Nur ein kleiner Schnitt unter Vereisung ist dabei nicht ausreichend. Größere Abszesse sollten im Krankenhaus in Vollnarkose operiert werden, insbesondere wenn diese sich in der Nähe des Afters befinden. Oft entstehen dadurch sehr große Defekte, die langsam über 3-6 Monate heilen. Dieses ist für die meist jungen Patienten eine große körperliche und psychische Belastung.


Kleine Fistelgänge ohne Entzündung: Hierbei sind die Öffnungen zu sehen, in denen Haare in die Tiefe einwachsen. Diese sog. Pits können in einer kleinen, schmerzarmen Operation, dem Pit Picking gut ambulant operiert werden. Es verbleiben kleine Wunddefekte, die kaum Schmerzen verursachen und in der Regel innerhalb von 7-14 Tagen abheilen. Dieses Verfahren ist rein ambulant, es ist also kein Krankenhausaufenthalt notwendig.


Große Fistelgänge ohne Entzündung: Bei diesen Befunden stößt das Pit Picking Verfahren an seine Grenzen, da am Ende der Kanäle sich Höhlen und Narben befinden, die ausgeschnitten werden müssen. Eine Kombination wäre hier das Pit Picking mit Sinusektomie, bei der die Narben und die Narbenhöhle mit mehreren kleinen Schnitten entfernt werden. Bei wiederkehrenden (Rezidiv) Steissbeinfisteln ohne akute Entzündung,  kann z.B. eine plastische Operation nach Karydakis erfolgen. Dabei wird die Haut und das Unterhautfettgewebe komplett entfernt und eine plastische Operation mit Verschiebung der Mittellinie zur Seite hin angeschlossen, um den Defekt zu verschließen. Die Wunde kann dabei komplett zugenäht werden. Diese Operation ist immer stationär.

Übersicht der Operationen mit offener Wundheilung

Pit Picking

Bei dem klassischen Pit Picking werden mit einer Stanze die kleinen Löcher in der Mittellinie entfernt. Der Durchmesser der Wunden beträgt 3-4mm.

Sinusektomie

Bei größeren Fisteln müssen diese mit entfernt werden, wodurch neben den Defekten beim Pit Picking noch weitere Wunde hinzukommt, um die Fistel getunnelt auszuschneiden.

Lasertherapie

Auch hier werden die Pits entfernt und der Laser über die seitliche Fistelöffnung eingefügt. Dieses Verfahren eignet sich besonders gut bei langen, schmalen Fistelverläufen.

Exzision

Klassische und radikale Operation. Wird häufig als "Metzger Methode" von den Patienten beschrieben, da ein großes Loch entsteht, mit einer langen Wundheilungszeit.

Pit Picking

Bei dem Pit Picking werden kleine Haarkanäle mit einer Stanze aus der Haut entfernt. Diese sind vermutlich die Eintrittspforten für Haare in das Unterhautfettgewebe, was zu der gefürchteten chronischen Entzündung führt. Daher gehört auch die komplette Entfernung dieser Haare zu der Operation, da ansonsten die Entzündung wieder auftritt, was als ein Rezidiv bezeichnet wird. Es muss also viel Erfahrung von Seiten des Operateurs vorhanden sein und der Eingriff sehr gründlich durchgeführt werden. Die Stanze hat einen Durchmesser von 3-4mm. 

 

Zu dem Pit Picking gehört aber auch immer eine Entfernung der unter den Pits vorhandenen Abszeßhöhle, in der sich die Haare abgelagert haben. Die Höhle mitsamt der Wand und den Haaren muss immer mit entfernt werden, um eine Wiederkehr der Erkrankung zu verhindern. 

Dabei ist der operative Zugang immer etwas seitlich, um in der Mittellinie, die schlecht heilt, eine möglichst kleine Wunde zu hinterlassen. 

 

Nach dem Eingriff bleiben die sehr kleinen Wunden offen, damit das sich bildende Wundsekret abfließen kann, wodurch die Wunde sich selber reinigt. Es gibt zwar auch die Möglichkeit eines Nahtverschlusses, da aber hierbei immer die Restgefahr einer erneuten Entzündung mit Eiterbildung besteht und die Wunden sich ohne Naht innerhalb von 1-2 Wochen verschließen, bevorzugen wir eine offene Wundheilung als sichere Variante.

 

Wichtig ist hierbei zu wissen, dass die Erkrankung wiederkehren kann (ein sogenanntes Rezidiv) und das Risiko hierfür bei etwa 20-30% liegt. Nach wie vor ist die klassische großzügige Ausschneidung (Exzision) des Befundes leider der "Goldstandard" in der Chirurgie des Sinus pilonidalis, da es weniger Rezidive gibt.

Allerdings ist der Heilungsverlauf sehr langwierig und kann bis zu 6 Monate betragen, wodurch die Patienten und deren Angehörige, die beim verbinden helfen müssen, stark an Ihre körperlichen und psychischen Grenzen kommen.

 

Daher sollte das Pit Picking bei einem geeigneten Befund als Therapieoption immer mit in Betracht gezogen werden.

Details über das Pit Picking

Stanze

Dieses ist eine typische Hautstanze mit denen die Pit Picking Operation u.a. durchgeführt wird.

Die Öffnung ist in der Regel 3-4mm im Durchmesser und die Kanäle werden im ganzen ausgestanzt, was schmerzarm ist.

Über den entstandenen Kanal wird die vorhandene Abszesshöhle gesäubert, Haare entfernt und zum Schluß gespült. 

Nach 1-2 Wochen ist die Wunde in der Regel zugeheilt.

OP Situs

In dieser Abbildung sind die Ausmaße der Operation dargestellt. In der Mittellinie sind die kleinen Pits (1) dargestellt. Diese werden mit der Stanze entfernt. Um die darunter liegende Höhle zu säubern wird ein seitlicher Schnitt (2) links oder rechts eingefügt und über diesen die Höhle sorgfältig von Zelltrümmern gereinigt und gespült. 

Nach der OP

Hier sind Wunden nach der Operation dargestellt. Da es sich immer um potentiell infektiöse Wunden handelt, werden diese nicht zugenäht, sondern heilen offen.

Operationszeit: 10-15 Minuten

Krankenhausaufenthalt: nein, ambulante Operation.

Arbeitsunfähigkeit: ca 1-5 Tage

Vollnarkose: nein, lokale Betäubung

Pit Picking mit Sinusektomie

Bei ausgedehnteren Befunden findet sich oberhalb der Pits in der Mittellinie ein seitlicher Fistelausgang. Zwischen diesem Fistelausgang und den Pits lässt oft eine derbe Verhärtung  tasten, die der 2-5cm langen Fistel im Unterhautfettgewebe entspricht. 

Diese Fistelstruktur muss komplett entfernt werden, was wir als Sinusektomie bezeichnen. 

Bei der Operation in Lokalanästhesie wir dazu nach der Ausstanzung der Pits die Fistel über den seitlichen Ausgang ausgeschnitten (Ektomie), ohne die darüber liegende Haut zu eröffnen. Es entsteht quasi ein Tunnel. Wichtig ist, dass das gesamte kranke Gewebe entfernt werden muss, um ein Wiederauftreten zu verhindern.

Nach dem Eingriff bleiben die kleinen Wunden offen, damit das sich bildende Wundsekret abfließen kann, wodurch die Wunde sich selber reinigt. Die größere Wunde benötigt ca. 3-4 Wochen für einen Verschluss.

Details über die Sinusektomie bei Sinus pilonidalis

Sinusektomie

Hierbei werden zunächst die Pits (1) ausgestanzt und danach die Fistel (3) über den Fistelausgang (2) ausgeschnitten. Dabei muss die komplette Höhle (3) mit dem Narben- und Fistelgewebe, in dem oft die Haare liegen, entfernt werden. 

Postoperatives Ergebnis

Acht Wochen nach der Sinusektomie sind die Wunden komplett geheilt. In der Mitte zeigen sich die zugewachsenen Pits und links unten die Narbe des Fistelausgangs, der ebenfalls komplikationslos geheilt ist.

Fistelhöhle im Querschnitt

Operationszeit: 15-30 Minuten

Krankenhausaufenthalt: nein, ambulante Operation.

Arbeitsunfähigkeit: ca 5-14 Tage

Vollnarkose: nein, lokale Betäubung

Lasertherapie

SiLaC® ist ein sicheres Verfahren, um Steißbeinfisteln zu behandeln. Hierbei wird die Steißbeinfistel mit einem Laserstrahl in minimal-invasiver Technik bestrahlt. Minimal-invasiv bedeutet hierbei, dass nur ein kleiner Eingriff mit minimalen Wunden nötig ist. SiLaC bedeutet "Sinus Laser ablation of the cystic duct".

 

Die Operationen werden in Vollnarkose durchgeführt. Bei der Behandlung, die nur wenige Minuten dauert, wird eine Sonde in den entzündeten Fistelgang eingeführt. Mit Hilfe von Laserenergie wird das Fistelgewebe präzise verödet, ohne dass umliegendes Gewebe geschädigt wird oder gar entfernt werden muss. Eventuelle Schnitte zur Entlastung des Abszesses fallen bedeutend kleiner aus. Durch das Zurückziehen der Sonde wird das Fistelgewebe langsam und sicher zerstört. Die vorhandene Höhle fällt in sich zusammen und vernarbt letztendlich. Die äußerst flexible Sonde ist gut geeignet zur Anwendung auch in leicht gewundenen Gängen und kann daher überall eingesetzt werden. 

 

Die kleinen Wunden sind sind schnell abgeheilt und es gibt nur eine sehr geringe Sekretion von Wundflüssigkeit im Gegensatz zu den herkömmlichen Operationsverfahren, wo mehrere Monate eine offene Wundfläche besteht. Oft entsteht im Bereich der Höhle eine Schwellung, die nach mehreren Wochen sich zurückbildet und nicht schmerzhaft ist. Unsere Patienten benötigen nur sehr wenig bis keine Schmerzmedikation. 

Vorteile gegenüber der herrkömmlichen OP

  • Verschließen des Fistelganges
  • Sehr schmerzarm
  • Minimale Wundflächen
  • Exzellente Heilungsergebnisse
  • Ausräumen von überschüssigem, entzündetem
  • Gewebe sowie Resthaaren
  • Maximaler Patientenkomfort
  • Ambulanter Einsatz möglich
  • Kurze Behandlungsdauer
  • Schnelle Genesung
  • Keine Pausierung der Antikoagulation
  • Nur wenige Tage Arbeitsunfähigkeit - ideal für Selbstständige

Operationszeit: 10-15 Minuten

Krankenhausaufenthalt: in der Regel ambulante Leistung, 1-2 Tage stationär.

Arbeitsunfähigkeit: ca 1 Woche

Vollnarkose: ja

Wie läuft die Laseroperation bei der Steissbeinfistel ab?

Fistelverlauf

Der Pit (Pfeil) ist links dargestellt. Dieser Pit liegt immer in der Mittellinie der Gesäßfalte (Rima ani) und ist in der Regel nicht schmerzhaft. Der  Fistelausgang liegt dadrüber und ist hier mit 2 Pfeilen markiert. Dazwischen liegt die Abszeßhöhle (schwarze Linie), die das eigentliche Ziel der Laseroperation ist und durch die kreisförmige Hitzeabstrahlung zusammenfällt.

Reinigung

Zuerst erfolgt die Darstellung des Fistelganges mit einer Sonde und gründlicher Säuberung. Dabei werden die Haare in der Höhle und abgestorbenes Gewebe entfernt. Die Haare bewirken die chronische Entzündung. Danach folgt eine ausführliche Spülung mit einer desinfizierenden Lösung.

Stanzung

Dann erfolgt das Ausstanzen der vorhandenen Pits (hier nur einer) mit einer speziellen Stanze. Der Durchmesser ist 3-4mm und führt zu einem sauberen Wundrand, der gut heilen kann. Der Kanal wird dadurch komplett entfernt

Laserung

Einführung der Laser-Diode in den Fistelgang und die Höhle. Verschluss der Höhle und des Ganges durch mehrfaches, langsames Zurückziehen. Nach dem ersten Durchgang wird die Höhle noch einmal mit einer kleinen Bürste gesäubert.

Endergebnis

Nach ca. 10-15 Minuten ist die Operation beendet und das Endergebnis zeigt sich wie hier abgebildet. Es bestehen kleine offene Wunden, damit die Wundflüssigkeit sich bis zu 6 Wochen nach der OP entteeren kann und es dadurch nicht zu einer Wundinfektion kommt.

WICHTIG: Seit dem 01.06.2021 werden bei uns die Kosten der schonenden Lasertherapie und das Pit Picking von vielen Betriebskrankenkassen übernommen. Auch Patienten aus anderen Bundesländern können bei uns Minimal Invasiv operiert werden. 

Die Exzision eines Sinus Pilonidalis

Exzision heißt Ausschneiden und damit ist die komplette Erkrankung in der Mitte der Gesäßhälfte gemeint. Es handelt sich bei dieser Standardmethode um die radikale Entfernung des Unterhautfettgewebes bis auf die Knochenhaut. Der Knochen ist von der reinen Hauterkrankung dabei nicht betroffen.

 

Um die Ausmaße des zu entfernenden Gewebes beurteilen zu können wurde früher der Fistelgang mit einer blauen Farbe aufgefüllt (Methylenblau) und danach blau eingefärbtes Gewebe entfernt. Dieses hatte zum Teil sehr radikale Operationen zur Folge, so dass diese Technik heutzutage in den meisten Häusern nicht mehr angewandt wird. 

 

Die entstehende Wunde ist oft bis zu 10cm lang und 5cm breit. Danach folgt eine offene Wundbehandlung, wobei sich täglich Wundsekret entleert mit einer gelblich-schmierigen Absonderung, die sich Fibrin nennt. Dies ist kein Eiter, sondern eine Art "Wundkleber", der für die Wundheilung sehr wichtig ist. Die offene Wunde selber, kann sich in der Regel nicht entzünden, da infektiöses Wundsekret abfliessen kann. Nur bei einem Sekretstau wie bei einem zu frühen Wundverschluß, kommt es zu einer Infektion. 

 

In den ersten 21 Tagen kann die Wunde zusätzlich schmerzen und ist sehr empfindlich. Häufig kommt es zu kleinen Blutungen aus dem Wundrand, wenn z.B. der Verband zu stark festsitzt und abgezogen wird. Diese Blutungen sind zwar lästig, aber harmlos.

 

Die Wunde muss in den ersten 4 Wochen 2x tgl. und nach jedem Stuhlgang mit klarem Wasser ohne Seife für ca 2 Minuten ausgeduscht werden. Wird dieses befolgt, entstehen auch keine übelriechenden Wunden. Nach der Säuberung muss immer ein Verband angelegt werden.

 

Operationszeit: 5-30 Minuten

Krankenhausaufenthalt: 1-2 Tage,  ambulante Operation nach Befund möglich.

Arbeitsunfähigkeit: ca 2-12 Wochen

Vollnarkose: In der Regel ja, aber auch abhängig vom Befund

Plastische Operationen

Bei größeren Befunden, die nicht infiziert sind, kann anstelle einer großzügigen Ausschneidung eine plastische Operation vorgenommen werden. Die bekanntesten Methoden sind die Operation nach Karydakis und die Limberg Plastik. 

Operation nach Karydakis - Bewertung

Wir empfehlen eine Operation nur bei Rezidiven, also wiederkehrenden Erkrankungen. Ein Risiko ist immer eine Wundinfektion aufgrund der Nähe zum After , so dass in vielen Fällen die Wunden früh nach 2-5 Tagen eröffnet werden muss und dann wie eine Ausschneidung (Exzision) ausheilt. Eine ambulante Operation ist dabei grundsätzlich aufgrund der zu großen Bewegungen der Patienten nicht empfehlenswert. 

Operationszeit: 30-60 Minuten

Krankenhausaufenthalt: 3-5 Tage,  ambulante Operation nach Befund zwar möglich, aber nicht empfehlungswert

Arbeitsunfähigkeit: ca. 2-3 Wochen

Vollnarkose: In der Regel ja, bei kleineren Befunden auch in  Lokalanästhesie möglich.

Plastische Operation nach Karydakis

Ausgangsbefund

Die Steißbeinfistel zeigt hier mehrere Öffnungen, die sogenannten Pits. Ein oder mehrere dieser Fistelausgänge können auch seitlich liegen. Hier ist links oben einer dieser seitlichen Fistelausgänge. 

 

Wenn ein größeres Gewebestück mit anschließender Naht ausgeschnitten werden soll, bietet sich die plastische Operation nach dem griechischen Chirurgen Karydakis an.

Gewebeentfernung

Zu Beginn der Operation, die bevorzugt in Vollnarkose erfolgt, wird das erkrankte Gewebe asymmetrisch ausgeschnitten. Dabei ist der Defekt schwerpunktmäßig auf die Seite mit dem Hauptbefund verlagert. 

 

In unserem Beispiel ist der Hauptfistelgang auf der linken Seite oberhalb gelegen, weshalb von dem linken Gewebe möglichst viel entfernt wird. Durch die komplette Ausschneidung des Fistelgangs bleibt nur noch gesundes Gewebe für die anschließende Plastik zurück.

Verschiebeplastik

Nach der Entfernung des Gewebes muss der entstandene Defekt mit Gewebe verschlossen werden. Dazu mobilisiert der Chirurg das Unterhautfettgewebe auf der rechten Seite (unter den Pfeilen) und zieht die gesamte Haut spannungsfrei auf die linke Seite, um die Wundränder wieder zu vernähen.  

 


Ergebnis

Es erfolgt eine asymmetrische Naht, die möglichst nicht in der Mittellinie liegen soll, da hier die Wundheilung sehr schlecht ist. Einlage einer Wunddrainage, die 2 Tage liegen bleiben sollte. 

 Die Fäden werden nach ca 12 Tagen entfernt. Oft ist die Wunde auch bei einem vorsichtigen Umgang starken Belastungen ausgesetzt, so dass es recht häufig zu Wundheilungsstörungen und aufgrund der Nähe zum After zu Infekten kommt.

Operation nach Limberg

Diese Operation ist eine größere plastische Operation mit einer recht großen Wundfläche.  Auch bei einem vorsichtigen Umgang ist die Wunde starken Belastungen ausgesetzt, so dass es häufig zu Wundheilungsstörungen und aufgrund der Nähe zum After zu Infekten kommt. Wenn die Wunde dann aufgeht, ist die Wundfläche sehr groß und die Heilungszeit entsprechend lange. Daher empfehlen wir diese Operation eher nicht.

Operationszeit: 60-120 Minuten

Krankenhausaufenthalt: 3-5 Tage,  stationäre Operation

Arbeitsunfähigkeit: ca. 2-4 Wochen

Vollnarkose: ja

Plastische Operation nach Limberg

Ausgangsbefund

Die Steibeinfistel zeigt hier mehrere Öffnungen, die sogenannten Pits. Ein oder mehrere dieser Fistelausgänge können auch seitlich liegen.

 

Gewebeentfernung

Zu Beginn der Operation, die immer in Vollnarkose erfolgt, wird das erkrankte Gewebe rautenförmig ausgeschnitten. Durch die komplette Ausschneidung des Fistelgangs bleibt nur noch gesundes Gewebe für die anschließende Plastik zurück.

Verschiebeplastik

Für den Verschluss des Defektes wird eine Verschiebeplastik vorbereitet. Dazu wird eine identische Raute seitlich eingezeichnet, so dass diese neue Raute nach links verschoben werden kann. 

Ergebnis

Nach erfolgter Verschiebeplastik erfolgt die  Einnaht des Gewebes.

Die Patienten sollten sich möglichst für 3 Tage nicht zu stark bewegen.


Ablauf der Minimal Invasiven Operationen in unserer Praxis

VORSTELLUNG

Wichtig ist immer eine vorherige Untersuchung. Dazu müssen die Patienten einen Termin über unseren Online Terminkalender DOCTOLIB in unserer Sinus Pilonidalis Sprechstunde buchen. Nach dem Gespräch und der Untersuchung wird die optimale Therapie besprochen und geplant. Nicht alle Befunde können Minimal Invasiv operiert werden. Geplante Operationen dürfen nach der Deutschen Rechtssprechung erst 24 Stunden nach der Operationsaufklärung stattfinden, also nicht am gleichen Tag! 

Aktuell finden unserer Operationen in lokaler Betäubung am Montag und Dienstag Vormittag (Dr. Hertzsch/Dr. von Rüden) sowie am Mittwoch Nachmittag (PD Dr. Jacob) statt. 

OPERATIONSTAG

Am Tag der Operation können die Patienten die Hautfläche im Operationsgebiet betäuben. Wir geben dazu bei der Aufklärung ein Rezept für eine lokale Betäubung mit. Bitte dazu 30-60 Minuten vorher die gesamte Tube (z.B. 5g Lidogalen) gleichmäßig verteilen und ggf. Frischhaltefolie auf die Haut legen, damit die Creme gut einziehen kann. Auch kann eine Ibuprofen Tablette (400-600mg) vorher eingenommen werden. Wir empfehlen auch vor dem Eingriff zu Essen und zu Trinken. Sie müssen nicht nüchtern sein. Bitte ziehen sie dunkle, am besten schwarze, Unterwäsche an, falls es zu kleineren Blutungen kommt.

Nach Anmeldung in unserer Praxis in Lankwitz, geleiten wir Sie in den Operationsraum und Sie müssen sich auf den Bauch legen. Dann wird die Haut rasiert, da Haare die Wundheilung stören. Jetzt erfolgt die lokale Betäubung mit Xylocain, was für 10-20 Sekunden etwas unangenehm ist (Druckgefühl, Brennen). 

Danach erfolgt die eigentliche Operation. Zuerst die Desinfektion, wobei Kälte und Druck noch wahrgenommen werden, was ganz normal ist. Nur das Schmerzgefühl wird betäubt. Es erfolgt die Abdeckung und der eigentliche Eingriff, was ca 10-20 Minuten dauert. Abschließend legen wir einen festen Verband an und die Patienten müssen nach Verlassen des OP ca 20 Minuten in unserem Wartezimmer sitzen. Danach kontrollieren wir, ob es eine Nachblutung gibt. Bei trockenen Verbänden dürfen die Patienten nach Hause gehen. Vorher bekommen Sie von uns noch Rezepte für Wundkompressen, ggf . Schmerzmittel und eine AU Bescheinigung (Krankmeldung), falls erforderlich.

ERSTER ABEND/NACHT

Wir bitten Sie an dem ersten Abend sich sehr ruhig zu verhalten und nicht auf einem härteren Stuhl etc. zu sitzen (keine Schreibtischtätigkeit). Am besten wäre eine weiche Unterlage wie ein Sessel, Sofa oder Bett. 
Bei zu viel Bewegung im Gesäßbereich kann der Verband abgehen und es zu hartnäckigen Blutungen kommen. Sollte dieses passieren, nehmen Sie bitte ein dunkles Handtuch und pressen es 10 Minuten auf die Wunde. Meistens hört es danach auf zu bluten. Sollte es jedoch weiter bluten, bitten Wir Sie um eine sofortige Wiedervorstellung, bzw. nach 17 Uhr um eine Vorstellung in dem nächsten Krankenhaus. Auch wenn es schlimm aussieht, viel Blut verlieren Sie nicht dabei.  

Obwohl die Wunden nicht allzu schmerzhaft sind, können Sie bei Bedarf bis zu 3 Tabletten Ibuprofen nehmen. Bei einer Einnahme über 3 Tagen oder vorhandenen Magenproblemen, schreiben wir Ihnen einen Magenschutz (z.B. Pantoprazol) auf, was Sie bitte zur Nacht nehmen.

ERSTER TAG NACH DER OPERATION

Am ersten Tag haben Sie einen Termin in unserer Praxis in Lankwitz. Hier machen wir den ersten Verbandswechsel. Bei unauffälligen, kleinen Wunden erfolgen danach in unserer Praxis keine weiteren Kontrollen mehr. Jetzt muss Ihr Körper alles Weitere machen.

Die Wundpflege danach gestaltet sich sehr einfach. Die kleinen Wunden müssen in der ersten Woche nach der Operation morgens, abends und nach jedem Stuhlgang für 1-2 Minuten in der Dusche ausgewaschen werden. Danach die Wunde vorsichtig trocknen mit einem Handtuch und eine Kompresse in der Mitte falten und zwischen die Gesäßbacken legen. Bei Bedarf kann eine Wundsalbe (z.B. Panthenol) hinzugefügt werden.

Wichtig: Es handelt sich um offene Wunden. Daher kommt es zu einer offenen Wundheilung, die Flüssigkeit abgibt, die orange/rot ist. Zusätzlich bildet sich Fibrin im Rahmen der Wundheilung, was einem körpereigenem Kleber entspricht. Dieses Fibrin ist gelblich und  leicht schmierig. Das ist völlig normal und kein Grund zur Sorge. 

WIE GEHT ES WEITER?

Bei größeren Wunden machen wir noch eine Kontrolle nach ca 3-5 Tagen. Danach gibt es keine geplanten Wundkontrolle  mehr.

Die Zeitspanne, bis eine Wunde komplett verheilt ist, kann sehr variieren. Bei dem Pit Picking sollten die kleinen Wunden nach 6-8 Wochen komplett verheilt sein. Wenn eine kleine Wunde dann noch offen ist, bitten wir um eine Wiedervorstellung zur Kontrolle.
Vorstellen können Sie sich jederzeit, wenn es zu einer Verschlechterung kommt:

  • Die Wunde plötzlich übel riecht oder sehr schmerzhaft ist
  • Es zu wiederkehrenden Blutungen kommt (nicht das normale Wundwasser)
  • Kleine Wunden nach 8 Wochen und größere Wunden  nach 12 Wochen nicht verheilt sind.

Bitte immer bedenken. Trotz des großen Erfolges kann die Steissbeinfistel in 20-25% der Fälle wiederkehren (Rezidiv). Wunden, die nicht heulen, gelten dabei als Rezidiv. Bevor eine erneute Operation geplant ist, sollten aber alle, nicht operativen, Möglichkeiten versucht werden.